- Norbert Schmitt - TExTE eines Malers - http://atelier.norbertschmitt.eu -
Das Ende ist der Anfang
Dieser Eintrag stammt von Norbert Schmitt Am 8.12.2007 @ 22:19 In EPISCHE eSSAYS; sHORTsTORIES & EINfachHEITen | Keine Kommentare
Es war die N8 der Wandlung
-WÄHNENDES eines WÄHNERS, der für Nebenwirkungen keine Haftung übernimmt-
Ich träumte die Verwandlung der lichtesliebeswebenden Seidenraupe. Ich hörte die Mär:
Ein weisser Adler ist das letzte Glied vor der mündigen Willensergreifung und das letzte nach dem bisherigen Dasein.
-Phalanx-
Saft - Grün-golden - neues Blut
Schmückt die Rose sich
Schmückt sie auch den Garten
Werdet Pflanzen und seit gut
Erreichung der Reiche
Ziehend armes nach
Mir träumte in dieser Nacht, ich machte mich daran übers Internet meine Krankenversicherung und andere kränkliche Pflichtgeisselungen der Sicherungen, welche nur auf naive autoritätsgläubige Gemüter beruhigend wirkten, auf meiner Konzeptionierer Adresse umzumelden. Denn: Ohne festen Wohnsitz bekommt man auf Erden nicht einmal ein Prepaid-Handy, eine Lebensberechtigungskarte oder einen Kaffee in einer Bankkantine, geschweige denn ein Postgirokonto.
Fahrendes Volk war schon immer unbeliebt, Künstler jedweder Art gehören wie selbstverständlich dazu und müssen und mussten durch ihren BeRuf ständig auf den RUF hören, wo man nach ihnen verlangte.
So wurde ja die Kathedrale von Chartre nicht von Franzosen gebaut und sogar Moses und der Evangelist Johannes, die zur schreibenden Zunft sich zählen mussten, kamen ohne Streit mit Justizia nicht aus, gleichwohl sie sich bekanntermaßen nichts zu schulden kommen liessen. Sie hatten einfach keinen Wohnsitz und keine institutionalisierte Sekte, der man allgemein vertrauen schenkte, unter deren Fittichen man sich dünkte, sie seien domestiziert.
Heute wäre das ggf. der fanatische Fussball- oder Karnevalsclub, evtl . sogar der wöchentlich-manische Gang zur Sonnenbank mit Abo bei einer GET Orange Company. Etwas dergleichen hätte der Gruppenseelenhaftigkeit vielleicht erlaubt sie in einen Bewusstseins-Tetrapack zu tüten und mit Haltbarkeitsdatum zu versehen.
Da ich keinerlei Abos hatte, die nicht gegenwärtig kündbar wären, war ich schnellstens soweit mich von jeglichen Pflichten enteist zu sehen und hatte sogar die Brockenstube angemailt, dass sie alles, was sich nachher vor der Tür unter der Gartenüberdachung befand, jederzeit für politische Flüchtlinge oder sonstige Einwanderer abholen könnten.
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Der Patroatic Act hatte mittlerweile jeden Besitzer eines Lexikons und jeden der mehr als eine Sprache spricht auf den Index der *Fanatischen Denker* gesetzt. Kurze Geschichten, bar der Logik, produziert fürs Divertiment, hatten die Hirne, mittlerweile auch in fernen Gebieten des neuen Rom, ergriffen.
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Meine Besitztümer würde ich in der Wohnung stehen und hängen lassen, als Dank für eine stressfreie Zeit in diesem gemütlichen Hause.
Ohne Schlaf erlebt zu haben, legte ich mich auf die Liegen, des fast nur mit Kisten bestückten Zimmers. Während ich mir nach dem Aufwachen das Frühstück aufs Armaturenbrett der Zeit befestigte, erschien mein Alter Ego und nun, da wir zwei hier angekommen waren, entschieden wir uns, unser Ganze Leben noch einmal durchzuleben. Wir verabschiedeten uns von unserer momentanen Realität und tauchten ein in eine Welt aus psyllocybinfreiem aber meditativem Rausch ohne chemische Hilfsmittel der Pharmaindustrie.
Mein altes Selbst war – wie sollte es anders kommen- von meinem plötzlichen Sinneswandel, der durch Anwesenheit des Denkens hervorgerufen wurde, zur Gänze zu einem erschauerten Entsetzen mutiert und verabschiedete sich, ohne auf mich zurückzublicken, und rannte seiner abgelebten Hülle hinterher, die sich schon auf dem Highway to Hell befand und ordentlich Gas gab.
Nun stiegen Bilder, die längst vergessen, der Vergangenheit in mir auf:
Ich erträumte Menschen, welche im letzten Jahrhundert so heftig auf ihrem wiederentdeckten Material *Psyllocybin* herumschlugen, dass es sie unnachahmlich schnell in ein selbstprojiziertes Jenseits beförderte.
Dieses hätte selbst Pseudoschaminischen –sich Pfeile durchs Brustfleisch pressende Schwitzhüttenjunkies aus dem Allgäu zur astrallen Panik verholfen. Man überredete Träumende von einem hochwirksamen Downer zu Kosten. Der, produziert von westlicher Schamanenindustrie, erstanden aus bewusstseinshemmender rationaler Religion, machte das, was heute Wellness heisst…und die Endorphine, ohne eigenes zutun, sprudeln lässt.
Wie ein grosser Frankfurter des 18 jahrhunderts erklärte, dessen Namen man nicht so lax im Munde führen sollte, wie allgemein üblich -ist ja nur der Teufel stark, von dessen Existenz niemand weiss.
Eine nahm eine ordentliche InstantLadung *SWEET DREAMS* und setzte sich in Bewegung zu Ihrer Egomanie-Religionversessenen Schwester. Eine Hollywoodschöne, aus Alabaster und modifiziertem Erdöl. Wo sie wahrscheinlich wieder ein Näsle Puder bekam, um der weiteren erweiterten Wirkung ihrer Synapsen Einhalt zu gebieten, die sie durch allzuviel Muße überfiel. Denn Coca und Copa Cabana gehörten zusammen, wie die Springmaus zum gesprochenen Liede.
Wie es Kismet beliebte schien Skelettina so von der Aura der Postpostmoderne angezogen worden zu sein, dass sie sich anbot zu begleiten in sinnfreien Raum. Mir war an jenem Punkte in der Zeit baldigst klar, ich würde sie so bald nicht wieder sehen.
Ich küsste sie zärtlich in Gedanken zum Abschied, währenddem der PlasmaSchirm immer noch projizierte. Als ginge es um wahrhaftes Handeln, blinkten glanzvolle Bilder von marionettenhaften Schemen über die musikuntermalte Fläche.
Da ich nun schon eine halbe Stunde Zeit seit Christi Geburt mit Drogenfanatikern und deren Gegenpart, der Ablehnungsextremisten, mit meinen synaptischen Bindungen verschwendet hatte, schwieg ich in trauter seelischer Berührung und es war offensichtlich an Gedankenart, Gefühlswärme und kelchartig nach oben geneigtem Willen, dass sich noch einiges anbahnen würde in dieser Nacht, was der Beschreibung, wegen der Dichte der zeitgleich ineinander verlaufenden Ströme des Erkennens, entsagen muss.
Der Raum erstrahlte in einem Glanz von flirrendem Zartgoldgelb und durch es hindurch schlängelten spiralförmig kraftvolle Wirbel. In dieser sehr inSPIRIerenden Atmosphäre gelang es mir eine Entscheidung zu treffen, die weitreichende, zumindest physisch sehr weit reichende, Folgen haben würde.
Mir war deutlich, dass wenn ich erst am GEHen wäre und ein Stück weit und weitER sei, würde ich einiges mehr verstehen, was in dem Begriffe Wandlung stecke. Denn Wandeln und Wandlung lag mir, wie allen, sehr am Herzen.
Ich entschied mich, mich unter andere Träumende zu mischen, doch nach zweistündigem Bemühen, musste ich feststellen, dass es mich eine ordentliche Portion Überwindung gekostet hatte mit einigen verkrustet formatierten Hirnen zu versuchen ein Gespräch zu führen. Ich hatte wohl einen anderen Begriff von Begegnung als der Eine und der Andere.
Es ging wohl nur darum, dass Image der Beteiligten beweihräuchernd wahrzunehmen, was natürlicherweise nicht zur Essenz einer BEGEGNUNG geführt hätte, wie ich es mir vorstellte.
VorStellen ist nun mal keine Realität und ich musste mich fügen, bzw. ich verliess das sinkende Schiff ….. denn- Begegnung ist das was ich suchte, was ich wohl, so hoffe ich, mit recht vermeinte, es sei das einzig Wesentliche in dieser Phase menschlicher Entwicklung, bevor ich auf andere Arten stossen sollte.
Ich hatte schon viel experimentiert…aber, man kann tatsächlich sagen, die eigens entwickelten Fähigkeiten sind bei weitem interessanter und intensiver als jeglicher Instantausblick in eine verzerrte geistige Welt, die gar nicht geordnet wahrgenommen werden kann, wenn das Bewusstsein nicht die nötige Reife sich anerzogen hat.
So fuhren nun mein Alter Ego und ich endlich nach Hause, wo wir gemeinsam ein leckerstes biologisches vegetarisches FINGERFOOD schleckerten, während unsere mp3’s von Kruder & Dorfmeister uns in andere jenseitigere Sphären entrückten als sich, auf dem Status Quo des linearen Denkens stehende und stehengebliebene, es vorzustellen in der Lage gewesen wären.
Ich träumte die Verwandlung der lichtesliebeswebenden Seidenraupe. Ich hörte die Mär:
Ein weisser Adler ist das letzte Glied vor der mündigen Willensergreifung und das letzte nach dem bisherigen Dasein.
-Phalanx-
Saft - Grün-golden - neues Blut
Schmückt die Rose sich
Schmückt sie auch den Garten
Werdet Pflanzen und seit gut
Erreichung der Reiche
Ziehend armes nach
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